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Vierbeiner mit langer Geschichte

Die beiden Esel Frank und Anja fühlen sich im Dortmunder Zoo tierisch wohl. Neben ihrem Eseldasein sind sie ab und zu als Sympathieträger und Zoobotschafter bei öffentlichen Anlässen, Trauungen und Feiern im Zoo zu sehen.

Unsere beiden Hausesel Frank und Anja gehören zu den kleinwüchsigen Zwergeseln. Sie sind Geschwister und nach Mitarbeitern des Zoos benannt. Um Inzucht zu vermeiden, ist Frank kastriert, also ein Eselwallach. Eseldame Anja war schon mehrmals auf Hochzeitsreise und kam ab und an trächtig zurück. Die Tragzeit von Eseln ist relativ lang beträgt bis zu zwölf Monaten. Sie halten sich in ihrer großen Box im Haustierstall oder auf der Koppel oberhalb des „Regenwald“- Hauses auf dem Weg zu den Pinguinen und Ottern auf.

Wenn man Glück hat, kann man die beiden auch beim Halftertraining während ihres Zoorundganges erleben. Frank trägt ein blaues Halfter und Anja ein rosanes. Gerade Kinder haben hier die Möglichkeit auf Tuchfühlung mit den sanften Vierbeinern zu gehen.

Entwicklung vom Wildesel zum Hausesel

Dem Wilden Esel kann die Forschung eine lange Geschichte nachsagen, die bis ins vierte oder fünfte Jahrtausend vor Christus reicht. In dieser Zeit wurde der Esel wahrscheinlich im nordafrikanischen Raum domestiziert. Zunächst passten sie sich an offene und wasserarme Lebensräume wie Steppen- und Halbwüsten an und waren durchweg hochbeiniger und agiler unterwegs als unsere heutigen Esel. Im späteren Verlauf ihrer Domestikation zum Hausesel passten sie sich dann an unterschiedlichste Landschafts- und Klimaverhältnisse an, die sich in den vielen Rassen widerspiegeln. Diese unterscheiden sich in Fellfarbe, Statur und Größe. Als allgemein größte Hauseselrasse gilt der Katalanische-Großesel, der ein Stockmaß (Widerristhöhe) von bis zu 1,60 Meter aufweist. Zwergesel, wie Frank und Anja, erreichen durchschnittlich ein Stockmaß von nur 86 Zentimetern. Kleinere Exemplare sogar nur knapp 70 Zentimetern.

Weit verstreute Vorfahren in Afrika und Asien

Freilebende Wildesel sind in ihrem afrikanischen und asiatischen Verbreitungsgebiet heutzutage hochbedroht. Laut Afrikaforschern des 18. und 19. Jahrhunderts gibt es Wildesel in Tunesien, Algerien und Marokko bis südlich in den Sudan und dem heutigen Somalia. In Asien kannte man wilde Esel in großen Herden westlich des Urals, östlich bis Tibet und China und südlich bis auf die arabische Halbinsel und Nordindien. Der Haussesel, den wir heute als weltweit verbreitet kennen, geht vermutlich auf den afrikanischen Wildesel zurück. Wissenschaftlich unterscheidet man derzeit den Afrikanischen Wildesel (Equus africanus) und den Asiatischen Wildesel (Equus hemionus und Equus kiang). Je nach wissenschaftlicher Ansicht werden für den afrikanischen Wildesel drei sogenannte Unterarten differenziert, nämlich der ausgestorbene Atlas Wildesel, der nubische Wildesel (vermutlich ausgestorben) und der Somali Wildesel. Letzterer besteht noch heute mit einer stabilen Population im Freiland.

Der Zoo Dortmund als früherer Wildeselhalter

Die asiatischen Wildesel werden in zwei Arten mit mehreren Unterarten aufgespalten. Dazu gehören der Nordmongolische Dschiggetai, Gobi-Dschiggetai, Khur, Kulan, Onager und syrischer Halbesel (ausgestorben, Equus hemionus). Außerdem der Westkiang, Ostkiang und Südkiang (Equus kiang). In europäischen Zoos sind von oben genannten Formen lediglich der Somali Wildesel, der Onager, der Kulan und der Ostkiang vertreten, da die Tierbestände im Rahmen der Erhaltungszuchtprogramme (EEP) angeglichen werden. Auch der Zoo Dortmund war lange Zeit Wildeselhalter. Eine Wiederaufnahme ist denkbar, jedoch nur auf einer neuen Anlage, die den Bedürfnissen der Vierbeiner entspricht.


Unser Wappentier

Unser Wappentier, der Esel, hat mal eine kurze Vorstellung verdient. Hier ein paar wichtige Informationen, zusammengestellt von Karsten Jungkurth. Übrigens, nicht jeder Esel trägt eine rote Decke! – Anmerkungen zum Wappentier des Fördervereins „Kinder- und Zoo Dortmund“ e.V.

Quellen: