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Die Welt der Pinguine

Am 25.04.2017 war der „Welt-Pinguin-Tag“ – ein Grund sich diese flugunfähigen Vögel genauer anzusehen. Die Pinguine (Spheniscidae) leben ausschließlich auf der Südhalbkugel, mit Ausnahme einer kleinen Population der Galápagos-Pinguine auf der Galápagos-Insel Isabela.

Anders als die meisten Menschen glauben, leben Pinguine nicht nur am Südpol. Im Gegenteil sogar, die meisten Pinguinarten stammen aus wärmeren Regionen. Von den heute 17 lebenden Arten, leben nur der Adéliepinguin und der Kaiserpinguin auf dem arktischen Festland. Felsen-, Zügel-, Esels-, Goldschopf- und Königspinguine mögen es dagegen weniger frostig. Ihre Brutplätze liegen auf den Inseln des Südpolarmeers.

Die Herkunft des englischen Wortes "penguin" ist umstritten. Es leitet sich vermutlich von walisisch pen gwyn „weißer Kopf“ her. Im Gegensatz zu Pinguinen haben die Riesenalke immerhin zwei weiße Flecken am Kopf. Es wurde auch gemutmaßt, dass sich die Bezeichnung „weißer Kopf“ nicht auf den überwiegend dunklen Kopf der Riesenalke, sondern auf die durch Guano weiß gefärbten Inseln mit Brutkolonienen der Vögel beziehen könnte.

Eine weitere Theorie leitet den Namen von lat. pinguis „fett“ ab, was sich auf den Körperbau der Tiere beziehen würde. (Im Niederländischen ist vetgans, wörtlich „Fettgans“, ein Synonym für pinguïn.) Es wurden auch noch englisch pin-wing sowie Sprachen amerikanischer Ureinwohner als möglicher Ursprung diskutiert. Keine der Theorien konnte bislang schlüssig belegt werden.

Die bei uns im Zoo Dortmund lebenden Pinguine stammen aus, wie könnte es anders sein, Südamerika. Es handelt sich hierbei um den Homboldtpinguin (Spheniscus humboldti), einer Gattung der Brillenpinguine – benannt nach dessen Entdecker Alexander von Humboldt (um 1800). Sie erreichen eine Größe von etwa 45 cm bei einem Gewicht von 4 kg.

Nach Zahlen aus dem Jahr 2000 wird der Bestand auf 3.300 bis 12.000 Individuen geschätzt. Die Populationsdichte des Humboldtpinguins variieren allerdings stark. Nach Zählungen aus dem Jahr 2003 sollen in Peru und Chile insgesamt 46.400 Tiere leben. Sie werden von der IUCN ((International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) als „gefährdet“ eingestuft.

Unter den Arten gibt es starke Unterschiede was Größe und Gewicht angeht. Der Zwergpinguin (Eudyptula minor) erreicht lediglich eine Größe von 0,30 m und ein Gewicht von 1 – 1,5 kg, dagegen gehört der Kaiserpinguin (Aptenodytes forsteri) mit einer Größe von bis zu 1,20 m und einem Gewicht von bis zu 40 kg zu den größten Neukiefervögeln überhaupt. Dieser Größenunterschied wird durch die Bergmannsche Regel erklärt, für welche die Pinguine ein häufig angeführtes Beispiel sind. Die Bergmannsche Regel besagt, dass Tiere in kälteren Regionen größer sind, da dies zu einem günstigeren Verhältnis von Volumen zu Oberfläche des Tieres und damit zu weniger Wärmeverlust führt. Die meisten Arten sind nur um weniges leichter als das von ihnen verdrängte Wasser, so dass ihnen das Tauchen vergleichsweise leicht fällt.

Die beiden größten Pinguinarten Kaiser- und Königspinguin legen nur jeweils ein einzelnes Ei und brüten dieses in einer Falte auf ihren Füßen aus. Bei allen anderen Arten legt das Weibchen im Abstand weniger Tage zwei Eier in ein einfaches Nest aus Materialien der Umgebung. Manche Arten brüten in Höhlen, andere bauen Nester aus Zweigen oder Steinen.

Da das erste Ei etwas eher gelegt wird und meist größer ist, schlüpft das Jungtier auch früher und wird von den Eltern bevorzugt behandelt was das knappe Nahrungsangebot angeht. Das zweite Küken stirbt daher meist schnell und sichert damit die Überlebenschance des ersten Küken. Sollte jedoch das erste Küken frühzeitig umkommen, ist das zweite Küken eine Art Absicherung. Bei den Dickschnabelpinguinen (E. pachyrhynchus) werden hingegen fast immer beide Küken aufgezogen, sie leben im südlichen Neuseeland.

Pinguine können ein Alter von etwa 25 Jahren erreichen. Zu ihren natürlichen Feinden zählen Seeleoparden (Hydrurga leptonyx), Südliche Seebären (Arctocephalus), Australische (Neophoca cinerea) und Neuseeländische Seelöwen (Phocarctos hookeri) sowie Orcas (Orcinus orca) und Haie (Selachii).

Von den 17 bekannten Arten werden in deutschen Zoos nur 6 verschiedene gezeigt:
- Humboltpinguin (35 Haltungen)
- Brillenpinguin (12 Haltungen)
- Eselspinguin (6 Haltungen)
- Königspinguin (4 Haltungen)
- Magellanpinguin  (3 Haltungen)
- Nordfelsenpinguin (2 Haltungen)

Ihr "Frack" dient übrigens als Tarnung. Schaut ein Vogel von oben auf den im Wasser schwimmenden Pinguin, so sieht er den schwarzen Rücken über dem dunklen Meer. Hingegen die Räuber im Meer (z.B. Haie) schauen von unten auf den weißen Bauch, dahinter ist der helle Himmel. So sind Pinguine von beiden Blickrichtungen aus kaum zu erkennen.

Quellen: Zootierliste.de / Wikipedia.de